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Kronen Zeitung

20.02.2026, 15:10 Uhr
FC Bayern MünchenReal Madrid

NACH RASSISMUS-EKLAT

Bayern-Coach Kompany schießt gegen Mourinho!

Hannes Maierhofer

11 Minuten und 54 Sekunden – so lange hat sich Bayern Münchens Trainer Vincent Kompany heute Mittag Zeit genommen, um im Rahmen einer Pressekonferenz energisch und auch emotional zum mutmaßlichen Rassismus-Skandal rund um Vinicius Júnior in der Champions League Stellung zu nehmen! Dabei übte er auch Kritik an José Mourinho, der als Trainer von Benfica Lissabon nach der Partie „Fehler gemacht“ habe …


Wie Kompany ausführte, habe Mourinho „den Charakter von Vinícius Júnior attackiert, indem er die Art seines Torjubels thematisiert hat“ – und dem Real-Madrid-Star indirekt Mitschuld an der angeblichen Beschimpfung gegeben hatte. Wobei „angeblich“ für Kompany eine unnötige Unschuldsvermutung darstellt, denn für den 39-Jährigen mit kongolesischen Wurzeln steht außer Frage, dass die rassistische Äußerung so gefallen sein dürfte, wie von Vinícius Júnior geschildert.

„Die Reaktion kann nicht gefaked sein!“
„Ich habe es live gesehen. Wenn man die Aktion sieht, kann die Reaktion nicht gefaked sein. Seine Reaktion ist emotional“, so Kompany. Es hätte für den Brasilianer keinen Grund gegeben, in dem Moment falsche Anschuldigungen zu erheben und zum Schiedsrichter zu gehen. Auch Kylian Mbappé, „der normalerweise immer ruhig und diplomatisch bleibt“, sei deutlich darüber geworden, was er gehört und gesehen habe ...

Bild: GEPA

Was Mourinho anbelangt, habe ihn auch geärgert, dass der Portugiese seine Mannschaft und seinen Klub damit verteidigen habe wollen, in dem er Eusébio nannte: einen der größten portugiesischen und europäischen Fußballer in den 1960er-Jahren – und dunkelhäutig. Und weil dieser Eusébio ein Spieler von Benfica gewesen sei, könne man bei den „Adlern“ ja gar nicht rassistisch sein, so Mourinho sinngemäß.

„... um ein bisschen Anerkennung zu bekommen!“
„Wissen Sie, was schwarze Spieler in den 1960er-Jahren durchgemacht haben? Mein Vater ist auch ein schwarzer Mann aus den 1960ern – und damals war für Leute wie ihn die einzige Option, still zu bleiben, nichts zu sagen, darüberzustehen und zehnmal besser zu sein, um ein bisschen Anerkennung zu bekommen“, so Kompany. „Und heute Eusébios Namen dafür zu verwenden, um etwas gegen Vinícius Júnior zu sagen …“

Bild: AP/Ana Brigida

„Ich weiß, dass er eine gute Person ist!“
Allerdings: „Ich habe 100 Menschen getroffen, die mit José Mourinho gearbeitet haben – und ich habe noch nie jemanden getroffen, der etwas Schlechtes über ihn gesagt hätte. Alle Spieler, die für ihn gespielt haben, lieben ihn“, legte der Bayern-Trainer Wert auf die Klarstellung, dass er nicht an der Anständigkeit des Portugiesen zweifelt. „Du kannst kein schlechter Mensch sein, wenn all deine Ex-Spieler so positiv über dich sprechen. Ich weiß also, dass er eine gute Person ist. Aber da hat er einen Fehler gemacht ...“


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